Bundeswehr-Dienstgrade

Soldat auf Zeit und Berufssoldat

Wer länger als ein paar Monate zur Bundeswehr geht, wird Soldat auf Zeit, für eine feste Zahl von Jahren. Berufssoldat ist, wer sich auf Lebenszeit verpflichtet hat. Beide haben dieselben Dienstgrade und dieselbe Besoldung; verschieden sind Dauer, Ende und Versorgung.

Stand: 26. Oktober 2026. Grundlage: Soldatengesetz, Bundesbesoldungsgesetz, Sozialgesetzbuch und die Angaben der Bundeswehr. Quellen unten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Soldat auf Zeit (SaZ): ab zwölf Monaten Verpflichtung, höchstens 25 Jahre und nicht über das 62. Lebensjahr hinaus.
  • Berufssoldat (BS): auf Lebenszeit, bis zur Altersgrenze von 62 Jahren (Generale, Oberste und einige Offizierlaufbahnen: 65).
  • Sold: beide nach dem Bundesbesoldungsgesetz, ab 2.866,27 € brutto im niedrigsten Dienstgrad.
  • Versicherung: Heilfürsorge statt Krankenkasse, keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Soldat auf Zeit, Berufssoldat, freiwilliger Wehrdienst

Freiwilliger WehrdienstSoldat auf ZeitBerufssoldat
Dauer6 bis 11 Monate12 Monate bis 25 Jahre (Sanitätsdienst bis 30)auf Lebenszeit, bis zur Altersgrenze
GeldWehrsold, 2.600 € im MonatBesoldung nach Dienstgrad und StufeBesoldung nach Dienstgrad und Stufe
KrankenversicherungHeilfürsorgeHeilfürsorgeHeilfürsorge
RentenversicherungBeiträge trägt der Bundkeine Beiträge; Nachversicherung beim Ausscheiden ohne Pensionkeine Beiträge; Ruhestand als Berufssoldat
Dienstgrad danachmit Zusatz „d. R.“ (der Reserve)mit Zusatz „a. D.“ (außer Dienst)

Ende August 2026 dienten in der Bundeswehr 61.627 Berufssoldaten, 113.378 Soldaten auf Zeit mit längerer und 5.796 mit kurzer Verpflichtung sowie 5.555 freiwillig Wehrdienstleistende, zusammen gut 186.000 Soldatinnen und Soldaten.

Soldat auf Zeit

Soldat auf Zeit wird, wer sich freiwillig verpflichtet, für eine begrenzte Zeit Wehrdienst zu leisten (§ 1 Abs. 2 Soldatengesetz). Nach Angaben der Bundeswehr ist man das ab einer Verpflichtungszeit von zwölf Monaten; wer nur sechs bis elf Monate dient, leistet freiwilligen Wehrdienst.

Die längste Dienstzeit als Soldat auf Zeit sind 25 Jahre, und sie endet spätestens mit dem 62. Lebensjahr. Offiziere im Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienst können bis 65 Soldat auf Zeit sein, in den Laufbahnen des Sanitätsdienstes sind bis zu 30 Jahre möglich (§ 40 Abs. 1). Wer länger bleiben will, kann sich innerhalb dieser Grenzen weiterverpflichten (§ 40 Abs. 2). Für manche Beförderungen ist eine bestimmte Mindestverpflichtung nötig, etwa zwölf Jahre für den Hauptfeldwebel; mehr dazu auf der Seite Beförderung.

Berufssoldat

Berufssoldat wird, wer sich freiwillig verpflichtet, auf Lebenszeit Wehrdienst zu leisten (§ 1 Abs. 2). Man beginnt nicht als Berufssoldat, sondern wird es aus einer Laufbahn heraus (§ 39 Soldatengesetz):

Voraussetzung für beide Dienstverhältnisse ist, dass man Deutscher im Sinne des Grundgesetzes ist, für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintritt und charakterlich, geistig und körperlich geeignet ist (§ 37). Ausnahmen von der Staatsangehörigkeit kann das Verteidigungsministerium im Einzelfall zulassen.

Altersgrenzen der Berufssoldaten

Berufssoldaten treten mit Ablauf des Monats in den Ruhestand, in dem sie die allgemeine Altersgrenze erreichen (§ 44 Abs. 1). Ab der besonderen Altersgrenze können sie in den Ruhestand versetzt werden (§ 44 Abs. 2). Für die Marine gelten dieselben Grenzen für die entsprechenden Dienstgrade (§ 45 Abs. 3).

WerAllgemeine AltersgrenzeBesondere Altersgrenze
Generale, Oberste; Offiziere im Sanitäts-, Militärmusik-, Geoinformationsdienst6562
Oberstleutnante6261
Majore und Stabshauptleute6259
Hauptleute, Oberleutnante, Leutnante6256
Berufsunteroffiziere6255
Flugzeugführer und Waffensystemoffiziere in strahlgetriebenen Kampfflugzeugenje nach Dienstgrad41

§ 45 Soldatengesetz. Der Ruhestand kann aus dienstlichen Gründen oder auf Antrag hinausgeschoben werden (§ 44 Abs. 1 und 2).

Sold, Krankenversicherung, Rente

Vorzeitig ausscheiden

Ein Soldat auf Zeit kann nicht einfach kündigen. Er ist auf eigenen Antrag zu entlassen, wenn das Verbleiben im Dienst für ihn wegen persönlicher, insbesondere häuslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Gründe eine besondere Härte bedeuten würde (§ 55 Abs. 3). Wer als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wird, wird entlassen (§ 46 Abs. 2 Nr. 7 mit § 55 Abs. 1); siehe Kriegsdienstverweigerung. In den ersten vier Jahren kann die Bundeswehr einen Soldaten auf Zeit entlassen, der die Anforderungen seiner Laufbahn nicht mehr erfüllt (§ 55 Abs. 4).

Nach dem Dienst

Frühere Soldaten auf Zeit dürfen ihren Dienstgrad mit dem Zusatz „der Reserve“ (d. R.) weiterführen (§ 2 Reservistengesetz), Berufssoldaten im Ruhestand mit „außer Dienst“ (a. D.) (§ 44 Abs. 7 Soldatengesetz). Alle Abkürzungen und Zusätze.

Nicht auf dieser Seite, weil wir dazu keine amtliche Quelle ausgewertet haben: Höhe der Pension, Übergangsgebührnisse und Berufsförderung nach dem Dienst. Maßgeblich ist das Soldatenversorgungsgesetz.

Häufige Fragen

Was ist ein Soldat auf Zeit?

Ein Soldat auf Zeit (SaZ) hat sich freiwillig verpflichtet, für eine begrenzte Zeit Wehrdienst zu leisten (§ 1 Soldatengesetz). Nach Angaben der Bundeswehr ist man ab einer Verpflichtungszeit von zwölf Monaten Soldat auf Zeit; kürzere Dienstzeiten von sechs bis elf Monaten sind freiwilliger Wehrdienst.

Wie lange ist man Soldat auf Zeit?

So lange, wie man sich verpflichtet hat: mindestens zwölf Monate, höchstens 25 Jahre und nicht über das 62. Lebensjahr hinaus (§ 40 Soldatengesetz). In den Laufbahnen des Sanitätsdienstes sind bis zu 30 Jahre möglich. Die Dienstzeit kann durch Weiterverpflichtung verlängert werden.

Was verdient ein Soldat auf Zeit?

Soldaten auf Zeit bekommen Besoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz, genau wie Berufssoldaten: Die Höhe hängt vom Dienstgrad und der Erfahrungsstufe ab. Im niedrigsten Dienstgrad sind es 2.866,27 € Grundgehalt brutto im Monat (A 3, Stufe 1, Abschlagszahlung seit Mai 2026). Der Sold wird monatlich im Voraus gezahlt.

Bis wann muss ein Berufssoldat arbeiten?

Berufssoldaten treten mit der allgemeinen Altersgrenze in den Ruhestand: mit 62 Jahren, Generale, Oberste und Offiziere im Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienst mit 65. Daneben gibt es besondere Altersgrenzen, ab denen man in den Ruhestand versetzt werden kann, etwa 55 für Berufsunteroffiziere und 56 für Hauptleute (§ 45 Soldatengesetz).

Brauchen Soldaten eine Krankenversicherung?

Nein. Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten haben Heilfürsorge, also unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (§ 69a Bundesbesoldungsgesetz). Soldaten auf Zeit sind aber in der sozialen Pflegeversicherung versichert und zahlen den Beitrag allein.

Kann man als Soldat auf Zeit vorzeitig gehen?

Nur in bestimmten Fällen: auf Antrag, wenn das Bleiben wegen persönlicher, häuslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Gründe eine besondere Härte wäre (§ 55 Abs. 3 Soldatengesetz), oder nach Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. In den ersten vier Jahren kann die Bundeswehr entlassen, wer die Anforderungen seiner Laufbahn nicht mehr erfüllt.

Quellen