Kommando Spezialkräfte (KSK)
Das Kommando Spezialkräfte ist der Spezialkräfteverband des Heeres. Seine Soldaten befreien Geiseln im Ausland, beschaffen Schlüsselinformationen und bekämpfen Ziele von besonderer Bedeutung. Hier steht, wer sich bewerben kann, wie die Auswahl abläuft, was man dort verdient und woran man Kommandosoldaten erkennt.
Stand: 24. Oktober 2026. Grundlage sind die Seiten der Bundeswehr zum KSK, die Anzugordnung (Stand Mai 2026), die Erschwerniszulagenverordnung und das Bundesbesoldungsgesetz. Quellen unten.
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Graf-Zeppelin-Kaserne, Calw. In Dienst gestellt am 20. September 1996. Über 1.500 Angehörige.
- Bewerben können sich nur Soldaten: Mannschaften und Unteroffiziere bis 32 (mit zwei Jahren Dienstzeit), Feldwebel bis 35, Offiziere vom Leutnant bis zum Hauptmann. Frauen ausdrücklich auch.
- Auswahl zweimal im Jahr, im April und Oktober; danach zwei Jahre Basisausbildung.
- Geld: 1.125 € Zulage im Monat, 6.000 € und 8.000 € Prämie, später 10.000 bis 13.000 € im Jahr.
- Erkennungszeichen: bordeauxrotes Barett mit Schwert, Kommandosoldatenabzeichen an der rechten Brusttasche.
Auftrag
Die Bundeswehr nennt fünf Kernaufträge:
- Geiselbefreiung im Ausland: deutsche Staatsangehörige aus Gefangenschaft, terroristischer Bedrohung oder Geiselhaft befreien. „Unser höchster Anspruch ist das Retten und Befreien deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Ausland“, schreibt das KSK selbst.
- Hochwertziele bekämpfen, direkt oder indirekt, wenn sie operative oder strategische Bedeutung haben.
- Zielpersonen festsetzen im Rahmen internationaler Einsätze.
- Partnerspezialkräfte ausbilden.
- Schlüsselinformationen gewinnen für die strategische und operative Führung.
Schwerpunkt ist heute die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Einsätze sind nach Angabe der Bundeswehr „im Wesentlichen offensive und verdeckte Operationen in vorderster Front“ und unterliegen der Geheimhaltung. Das Leitmotto des KSK lautet „Der Wille entscheidet!“, lateinisch Facit omnia voluntas.
Gliederung und Führung
Das KSK gliedert sich in den Stab, die Kommandokräfte und die Unterstützungskräfte mit eigenen Führungs-, Fernmelde- und Sanitätseinheiten, damit es auch kurzfristig weltweit selbstständig eingesetzt werden kann. Die kleinste Kampfeinheit ist der Kommandotrupp aus vier Soldaten. Für die Ausbildung ist dem KSK der Ausbildungsstützpunkt Spezialkräfte Heer unterstellt; er führt das Auswahlverfahren und die Basisausbildung durch.
Im Grundbetrieb gehört das KSK zur Division Schnelle Kräfte. Im Einsatz führt es das Verteidigungsministerium über das Einsatzführungskommando bei Potsdam. Kommandeur ist seit Oktober 2025 Brigadegeneral Andreas Kühne, zuvor Kommandeur der Panzerbrigade 12.
Nicht zum KSK gehören die Kampfschwimmer: Sie bilden das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) in Eckernförde und tragen ein marineblaues Barett. Spezialkräfte der Luftwaffe sind die Hubschrauberbesatzungen des Hubschraubergeschwaders 64 in Laupheim. Davon zu unterscheiden sind spezialisierte Kräfte, etwa Fallschirmjäger mit erweiterter Grundbefähigung: Sie arbeiten mit dem KSK zusammen, haben aber eine eigene, niedrigere Zulage und ein eigenes Abzeichen ohne Schwert.
Wer sich bewerben kann
Das KSK nimmt keine Bewerbungen von Zivilisten an: „Erst Soldat werden, dann beim KSK bewerben.“ Wer noch nicht dient, entscheidet sich zuerst für eine Laufbahn als Mannschaftssoldat, Unteroffizier oder Offizier. Eine Vorverwendung in der Infanterie empfiehlt das KSK, beworben werden kann aber aus allen Bereichen der Bundeswehr.
| Dienstgradgruppe | Voraussetzung für Kommandosoldaten |
|---|---|
| Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee | höchstens 32 Jahre, mindestens zwei Jahre Dienstzeit |
| Unteroffiziere mit Portepee (Feldwebel und höher) | höchstens 35 Jahre |
| Offiziere | ab der Beförderung zum Leutnant, Dienstgrad Leutnant bis Hauptmann (A 11) |
| Stabsoffiziere, Offiziere des militärfachlichen Dienstes | nicht vorgesehen |
Dazu kommen Einzelkämpfer- und Fallschirmsprungtauglichkeit, ein Belastungs-EKG und eine Sicherheitsüberprüfung. Die Grenzen beim Dienstgrad sollen sicherstellen, dass jeder Bewerber innerhalb seiner Dienstgradgruppe noch einen Werdegang im KSK durchlaufen kann. Neben den Kommandosoldaten sucht das KSK Kommandoaufklärungssoldaten für die Spezialaufklärung (Mannschaften und Unteroffiziere nach zwei Jahren Dienstzeit) und Unterstützungskräfte, etwa Rettungsspezialisten und Einsatzärzte. Das KSK steht ausdrücklich auch Frauen offen.
Auswahl und Ausbildung
Das Auswahlverfahren heißt Potenzialfeststellungsverfahren und findet zweimal im Jahr statt, im April und im Oktober. In der seit 2024 geltenden Form besteht es aus Phasen von etwa einer Woche: zuerst Sporttests sowie psychologische und kognitive Tests am Computer, dann eine Härtephase; Offiziere müssen in einer dritten Phase ihre Führungsfähigkeit unter Extrembedingungen zeigen. Wer aufgibt, ist für zwei Jahre gesperrt, wer betrügt, für immer.
Die Mindestanforderungen im Sporttest für Kommandosoldaten:
- 5 × 1.000 m in 4:30, 4:20, 4:10, 4:00 und 3:50 Minuten, jeweils mit drei Minuten Pause
- 7 Klimmzüge, 20 Sit-ups und 22 Liegestütze in je 30 Sekunden, 2 Minuten Sparring
- Koordinationsbahn und Verwundetentransport über rund 38 m mit zwei Hindernissen in je 2 Minuten
- am nächsten Tag 200 m Schwimmen im Kampfanzug in 7:30 Minuten mit Entkleiden im Wasser, danach 20 km Marsch mit 20 kg Gepäck in höchstens 3,5 Stunden
Als Ziel vor der Bewerbung nennt das KSK: 5.000 m unter 22 Minuten, 10 Klimmzüge, das Deutsche Sportabzeichen in Gold und das DLRG-Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Wer ausgewählt wird, beginnt die zweijährige Basisausbildung. Nach ihrem zweiten Teil und der Versetzung ins KSK heftet der Kommandeur das Kommandosoldatenabzeichen an.
Dienstgrade im KSK
Das KSK hat keine eigenen Dienstgrade; es gelten die des Heeres. Die Bundeswehr spricht von Kommandooffizieren und Kommandofeldwebeln. Das Kommandosoldatenabzeichen dürfen laut Anzugordnung nur Offiziere und Unteroffiziere tragen. Seit 2021 gelten eigene Regeln für den Werdegang:
- Offiziere bleiben auf Schlüsselposten wie Kompaniechef in der Regel drei Jahre, Feldwebel etwa als Kompaniefeldwebel fünf Jahre.
- Kommandofeldwebel wechseln als Hauptfeldwebel oder Stabsfeldwebel verpflichtend für eine Zeit aus dem KSK hinaus, bevor sie als Oberstabsfeldwebel Spitzenverwendungen in Kommandokompanien übernehmen.
- Wer über die übliche Perspektive hinaus will, für Offiziere die Ebene Oberstleutnant (A 15), für Feldwebel Oberstabsfeldwebel, braucht vorher eine Verwendung außerhalb des KSK.
Gehalt: Zulage und Prämien
Kommandosoldaten bekommen den Sold ihres Dienstgrads und zusätzlich:
| Leistung | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Zulage für Spezialkräfte (Kommandosoldaten und Kampfschwimmer, auch in der Ausbildung nach bestandener Auswahl) | 1.125 € im Monat | § 23m EZulV |
| Prämie nach bestandener Auswahl, zu Beginn der Ausbildung | 6.000 € einmalig | § 43a BBesG |
| Prämie nach abgeschlossener Ausbildung | 8.000 € einmalig | § 43a BBesG |
| Jährliche Prämie ab mehr als sechs Dienstjahren als Kommandosoldat | 10.000 € bis 13.000 € | § 43a BBesG |
| Unterstützungskräfte des KSK | 250 € bis 500 € im Monat | § 23p EZulV |
Die jährliche Prämie steigt mit der Dienstzeit: 10.000 € ab mehr als sechs Jahren, 11.000 € ab neun, 12.000 € ab zwölf, 13.000 € ab 15 Jahren. Neben ihr gibt es keine Verpflichtungsprämie für Soldaten auf Zeit. Die Fallschirmspringerzulage wird neben der Spezialkräftezulage nur verringert gezahlt (89,47 € statt 161,06 €). Wer die Ausbildung aus eigenem Verschulden abbricht, muss die erste Prämie zurückzahlen.
Barett, Abzeichen, Waffenfarbe
- Barett: bordeauxrot, wie bei Fallschirmjägern und Heeresfliegern. Das Barettabzeichen zeigt ein stilisiertes, senkrecht stehendes Schwert in der matt-silbernen Eichenlaubumrandung, darunter ein Plättchen in Schwarz-Rot-Gold.
- Kommandosoldatenabzeichen: zwei silberfarbene Eichenblätter mit Eichel auf grüner Unterlage, darüber das Schwert, mit goldfarbenem Eichenlaubrand auf grauem, ovalem Tuch. Getragen an der rechten Brusttasche; der Kommandeur kann es bei grober Pflichtverletzung wieder entziehen.
- Kommandoaufklärer tragen ein eigenes Abzeichen mit einer silbernen Eule vor dem Schwert.
- Waffenfarbe: In der Liste der Kragenspiegelfarben der Anzugordnung kommt das KSK nicht vor. Nach verbreiteter Angabe tragen Kommandosoldaten in der Regel Jägergrün wie die Infanterie, der das KSK zugerechnet wurde, bevor es eine eigene Truppengattung wurde.
Geschichte
Das KSK entstand aus dem Brigadekommando 25 in Calw und wurde am 20. September 1996 in Dienst gestellt. Nach rechtsextremen Vorfällen in der 2. Kompanie und Fehlbeständen bei Munition setzte das Verteidigungsministerium im Mai 2020 eine Arbeitsgruppe ein. Die 2. Kompanie wurde zum 1. August 2020 aufgelöst; insgesamt 60 Maßnahmen änderten Ausbildung, Werdegänge und Dienstaufsicht. Seitdem führt der Ausbildungsstützpunkt Spezialkräfte die Auswahl und Ausbildung, und es gelten die Regeln zur Verweildauer oben. Den Abschlussbericht legte der Generalinspekteur am 9. Juni 2021 vor.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein KSK-Soldat?
Den normalen Sold seines Dienstgrads und dazu die Zulage für Spezialkräfte von 1.125 Euro im Monat, die schon in der Ausbildung gezahlt wird. Hinzu kommen Prämien: 6.000 Euro einmalig nach bestandener Auswahl, 8.000 Euro einmalig nach abgeschlossener Ausbildung und nach sechs Jahren eine jährliche Prämie von 10.000 bis 13.000 Euro.
Kann man sich als Zivilist direkt beim KSK bewerben?
Nein. Die Bundeswehr schreibt: „Erst Soldat werden, dann beim KSK bewerben.“ Wer noch nicht dient, wählt zuerst eine Laufbahn als Mannschaftssoldat, Unteroffizier oder Offizier und bewirbt sich dann aus der Truppe heraus. Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee brauchen mindestens zwei Jahre Dienstzeit.
Wie alt darf man für das KSK höchstens sein?
Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee höchstens 32 Jahre, Feldwebel und andere Unteroffiziere mit Portepee höchstens 35. Offiziere können sich als Leutnant, Oberleutnant oder Hauptmann bewerben, Stabsoffiziere nicht.
Dürfen Frauen zum KSK?
Ja. Die Bundeswehr schreibt: „Das KSK steht selbstverständlich Frauen offen.“ Es gelten dieselben Voraussetzungen und Tests.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Kommandosoldaten?
Nach dem Auswahlverfahren folgt eine zweijährige Basisausbildung. Danach wird man in das KSK versetzt und erhält das Kommandosoldatenabzeichen.
Welche Farbe hat das Barett des KSK?
Bordeauxrot, wie bei Fallschirmjägern und Heeresfliegern. Das Barettabzeichen zeigt ein senkrecht stehendes Schwert in einem silbernen Eichenlaubkranz.
Wo ist das KSK stationiert?
In der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw, Baden-Württemberg. Die Kampfschwimmer der Marine gehören nicht zum KSK; sie bilden das Kommando Spezialkräfte der Marine in Eckernförde.
Quellen: bundeswehr.de, „Kommando Spezialkräfte“ und „Werden Sie Teil des Kommandos Spezialkräfte“ (27.07.2026), „Spezialkräfte“ (17.02.2026), „Ausbildungsstützpunkt Spezialkräfte Heer“ (02.02.2026), „Die neue Härtewoche für den Einstieg ins KSK“ (08.01.2024), „Kommando Spezialkräfte der Marine“ (30.09.2026); Anzugordnung A1-2630/0-9804, Stand Mai 2026, Nr. 4011, 5044, 5063, 5074 (veröffentlicht über FragDenStaat); Erschwerniszulagenverordnung §§ 23h, 23m, 23o, 23p; Bundesbesoldungsgesetz §§ 43a, 44; Abschlussbericht des Generalinspekteurs zur Umsetzung des Maßnahmenkatalogs KSK (08.06.2021); Bundestagsdrucksache 13/6924 (1997). Unabhängiges Angebot, nicht von der Bundeswehr.