Bundeswehr-Dienstgrade

Laufbahnen der Bundeswehr

Jeder Soldat gehört zu einer Laufbahn. Sie legt fest, mit welchem Schulabschluss man beginnen kann, welche Ausbildung folgt und bis zu welchem Dienstgrad man aufsteigen kann. Die Soldatenlaufbahnverordnung ordnet alle Laufbahnen drei Laufbahngruppen zu: Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere.

Stand: 26. Oktober 2026. Grundlage: Soldatenlaufbahnverordnung, zuletzt geändert am 22.12.2025. Quellen unten.

Die Laufbahnen im Überblick

LaufbahnSchulabschluss für den EinstiegDienstgrade
Mannschaften
Mannschaften (Truppendienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst)erfüllte Vollzeitschulpflichtvom niedrigsten Dienstgrad bis zum Oberstabsgefreiter; im Truppendienst bis zum Stabskorporal
Unteroffiziere
Fachunteroffiziere (allgemeiner Fachdienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst)Hauptschulabschlussbis zum Stabsunteroffizier
Feldwebel (Truppendienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst, Geoinformationsdienst, allgemeiner Fachdienst)Realschulabschluss, oder Hauptschulabschluss mit förderlicher Berufsausbildungbis zum Oberstabsfeldwebel
Offiziere
Offiziere des Truppendienstesallgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreifevom Leutnant bis zum General
Offiziere des militärfachlichen DienstesRealschulabschlussvom Leutnant bis zum Stabshauptmann
Offiziere des Sanitätsdienstes (Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker)Berechtigung zum Studium der Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin oder Pharmazie; Verpflichtung für mindestens 17 Jahreals Anwärter bis zum Leutnant, mit der Approbation Stabsarzt, bis zum Generaloberstabsarzt
Offiziere des MilitärmusikdienstesHochschulreife oder Fachhochschulreife, bestandene Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule; Verpflichtung für mindestens 15 Jahrevom Leutnant bis zum Oberst; mit Musikstudium und Kapellmeisterexamen Einstieg als Hauptmann
Offiziere des GeoinformationsdienstesBerechtigung zum Studium einer Geowissenschaft; Verpflichtung für mindestens 15 Jahrebis zum Brigadegeneral

Zu jeder dieser Laufbahnen gibt es eine Laufbahn der Reserve (Anlage 1 der Soldatenlaufbahnverordnung). Welche Dienstgrade zu welcher Laufbahn gehören, regelt Anlage 2. Eingestellt wird man frühestens mit 17 Jahren (§ 5).

Mannschaften

In eine Laufbahn der Mannschaften kann eingestellt werden, wer die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat; für den Militärmusikdienst muss man außerdem ein Orchesterinstrument oder ein Instrument des Spielmannszuges beherrschen (§ 10). Man beginnt im niedrigsten Dienstgrad, wird nach drei Monaten frühestens Gefreiter und kann im Truppendienst nach zehn Jahren bis zum Stabskorporal aufsteigen. Aus den Mannschaften heraus ist der Wechsel in eine Unteroffizier- oder Offizierlaufbahn möglich, frühestens als Gefreiter.

Unteroffiziere: Fachunteroffiziere und Feldwebel

Unteroffiziere stehen nach Angaben der Bundeswehr zum Beispiel als Truppführer, Gruppenführer oder Zugführer vor ihren Soldaten. Für die Fachunteroffiziere kann als Unteroffizieranwärter kann eingestellt werden, wer mindestens den Hauptschulabschluss hat (§ 13). Ihre Laufbahn endet beim Stabsunteroffizier. Mit einer verwertbaren Berufsausbildung ist der Einstieg direkt als Unteroffizier möglich, mit Realschulabschluss und Berufsausbildung als Stabsunteroffizier (§ 15).

Feldwebelanwärter brauchen den Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit förderlicher Berufsausbildung (§ 17). Sie werden frühestens nach 36 Monaten und nach bestandener Feldwebelprüfung Feldwebel und können bis zum Oberstabsfeldwebel aufsteigen. Mit Meisterbrief oder vergleichbarem Abschluss kann man direkt als Feldwebel einsteigen.

Offiziere

Offiziere des Truppendienstes brauchen die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife (§ 23). Sie beginnen als Offizieranwärter und werden frühestens nach 36 Monaten und bestandener Offizierprüfung Leutnant. Wer schon einen Bachelor hat, kann als Oberfähnrich eingestellt werden. Die Laufbahn reicht bis zum General.

Die Offiziere des militärfachlichen Dienstes sind die Laufbahn für Offiziere ohne Abitur: Hier genügt ein Realschulabschluss (§ 43). Auch Feldwebel können in diese Laufbahn aufsteigen. Sie reicht bis zum Stabshauptmann, einen Major gibt es in ihr nicht.

Sanitätsoffiziere sind Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker. Anwärter brauchen die Berechtigung zum entsprechenden Studium und verpflichten sich für mindestens 17 Jahre (§ 28); wer schon approbiert ist, kann direkt als Stabsarzt beginnen. Mehr zum Sanitätsdienst. Für Militärmusikoffiziere und Geoinformationsoffiziere gelten eigene Voraussetzungen und eine Verpflichtung von mindestens 15 Jahren (§§ 33, 38). Mehr zur Militärmusik.

Wann man in jeder Laufbahn frühestens befördert wird: Beförderung. Wie lange man sich verpflichtet und was Berufssoldaten unterscheidet: Soldat auf Zeit und Berufssoldat.

Häufige Fragen

Welche Laufbahnen gibt es bei der Bundeswehr?

Drei Laufbahngruppen: Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Innerhalb der Unteroffiziere gibt es die Laufbahnen der Fachunteroffiziere und der Feldwebel, bei den Offizieren unter anderem Truppendienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst, Geoinformationsdienst und den militärfachlichen Dienst. Zu fast jeder Laufbahn gibt es eine eigene Laufbahn der Reserve.

Kann man ohne Abitur Offizier werden?

Ja, in der Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes: Dafür reicht ein Realschulabschluss (§ 43 Soldatenlaufbahnverordnung). Diese Laufbahn endet beim Stabshauptmann. Für die Offiziere des Truppendienstes braucht man die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife (§ 23).

Welchen Schulabschluss braucht man für die Bundeswehr?

Für die Mannschaften genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht, für die Fachunteroffiziere der Hauptschulabschluss, für die Feldwebel der Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung, für die Offiziere des Truppendienstes Abitur oder Fachhochschulreife. Eingestellt wird man frühestens mit 17 Jahren.

Was ist der höchste Dienstgrad ohne Abitur?

Mit Realschulabschluss stehen die Laufbahn der Feldwebel und die der Offiziere des militärfachlichen Dienstes offen. Die eine reicht bis zum Oberstabsfeldwebel, die andere bis zum Stabshauptmann.

Quellen