Bundeswehr-Dienstgrade

Fallschirmjäger der Bundeswehr

Fallschirmjäger sind Infanteristen für Luftlandeoperationen, auch im Sprung aus dem Flugzeug: Sie nehmen Schlüsselgelände und halten es, bis weitere Truppen eintreffen. Alle Fallschirmjäger der Bundeswehr gehören zur Luftlandebrigade 1. Hier steht, wo sie stationiert sind, wer hinkann, wie die Sprungausbildung beginnt, was man verdient und woran man sie erkennt.

Stand: 24. Oktober 2026. Grundlage sind die Seiten der Bundeswehr zur Division Schnelle Kräfte, zur Luftlandebrigade 1 und zur Luftlande-/Lufttransportschule, bundeswehrkarriere.de, die Erschwerniszulagenverordnung, das Bundesbesoldungsgesetz und die Anzugordnung (Stand Mai 2026). Quellen unten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verband: Luftlandebrigade 1 in Saarlouis mit rund 4.400 Soldaten, Teil der Division Schnelle Kräfte.
  • Standorte: Saarlouis, Zweibrücken, Merzig, Seedorf; Ausbildung in Altenstadt.
  • Einstieg als Mannschaftssoldat, Feldwebel oder Offizier; jeder lernt das Fallschirmspringen.
  • Geld: Sold nach Dienstgrad plus 161,06 € Fallschirmspringerzulage im Monat.
  • Erkennungszeichen: bordeauxrotes Barett mit stürzendem Adler, jägergrüne Waffenfarbe, Fallschirmspringerabzeichen.

Aufgaben

Fallschirmjäger kämpfen nach den Grundsätzen der Infanterie und bilden nach Angabe der Bundeswehr den Kern der Spezialisierten Kräfte. Gliederung, Ausbildung und Ausrüstung machen sie besonders geeignet für Luftlandeoperationen, auch im Sprungeinsatz aus Flugzeugen, und für den eigenständigen Kampf mitten in feindlichem Gebiet. Die Bundeswehr nennt sie „die Kräfte der ersten Stunde, die überraschend Schlüsselgelände einnehmen und dieses bis zum Eintreffen der nachrückenden Truppe halten können“.

Die Einsätze reichen von schnellen Anfangsoperationen und Operationen gegen irreguläre Kräfte über militärische Evakuierungen bis zu Operationen in der Tiefe des Raumes. Die Luftlandebrigade 1 ist die am schnellsten verfügbare Brigade der Bundeswehr für Krisen im Ausland. Ausgerüstet sind die Fallschirmjäger mit leichten Waffen und dem Einsatzfahrzeug Mungo; schwere Kompanien haben Mörser, Maschinenkanonen und Panzerabwehrwaffen.

Speziell ausgebildete Soldaten der Brigade, die Kräfte mit Erweiterter Grundbefähigung (EGB), unterstützen auch die Spezialkräfte. Zum KSK gehören sie nicht.

Gliederung und Standorte

Die Luftlandebrigade 1 ist die einzige Luftlandebrigade des Heeres und vereint alle Fallschirmjäger der Bundeswehr unter einer Führung. Sie gehört zur Division Schnelle Kräfte mit Stab in Stadtallendorf. Zur Division mit rund 18.000 deutschen und niederländischen Soldaten gehören außerdem das Kommando Spezialkräfte, die Gebirgsjägerbrigade 23, das Kommando Hubschrauber und die niederländische 11 luftbewegliche Brigade.

DienststelleStandortAngaben der Bundeswehr
Division Schnelle Kräfte (Stab)Stadtallendorf (Hessen)rund 18.000 Soldaten an 26 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich
Luftlandebrigade 1 (Stab)Saarlouis (Saarland)4.400 Soldaten an 5 Orten in 3 Bundesländern
Fallschirmjägerregiment 26Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) und Merzig (Saarland)aufgestellt 2015, etwa 1.800 Soldaten, 11 Kompanien
Fallschirmjägerregiment 31Seedorf (Niedersachsen)aufgestellt 2014, etwa 1.800 Soldaten, 11 Kompanien
Luftlande-/LufttransportschuleAltenstadt (Bayern), Franz-Josef-Strauß-Kaserne„Mutterhaus der Fallschirmjägertruppe“, Ausbildung für Bundeswehr und Spezialkräfte

Zur Brigade gehören neben den beiden Regimentern Luftlandeaufklärer und Luftlandepioniere sowie eine Stabs- und Fernmeldekompanie.

Wer kann hin: Voraussetzungen

Zu den Fallschirmjägern kommst du über eine normale Laufbahn. Die Angaben nach bundeswehrkarriere.de:

LaufbahnSchuleVerpflichtung
Mannschaftenerfüllte VollzeitschulpflichtRegel 12 Jahre, als freiwilliger Wehrdienst 7 bis 23 Monate; mit verwertbarer Vorausbildung mindestens 2 Jahre
Feldwebelmindestens Hauptschule und Berufsausbildung oder RealschuleRegel 15 Jahre; mit verwertbarer Vorausbildung 8 bis 13 Jahre
OffiziereFachhochschulreife; mindestens 17 Jahre, deutsche StaatsangehörigkeitRegel 13 Jahre

Mannschaften können später etwa als Funkgerätebediener, Kraftfahrer, Kampfmittelerkunder, Granatmaschinenwaffenschütze oder Scharfschütze eingesetzt werden. Feldwebel führen und bilden aus, auch für spezielle Operationen; Offiziere trainieren regelmäßig den militärisch-taktischen Fallschirmsprung. Ein Höchstalter oder eine veröffentlichte Norm für die Fallschirmsprungtauglichkeit haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Auswahl und Ausbildung

Am Anfang steht wie überall die Grundausbildung. Danach lernst du das Fallschirmspringen. Die Bundeswehr schreibt: „Grundvoraussetzung, um aus einem Luftfahrzeug zu springen, ist der erfolgreich absolvierte Fallschirmspringerlehrgang Automatik an der Luftlande-/Lufttransportschule im bayerischen Altenstadt.“ Jeder Fallschirmjäger muss danach jährlich mindestens vier Fallschirmsprünge mit automatischer Auslösung absolvieren.

Die Schule in Altenstadt bildet außerdem im Freifall, im Lufttransport und in der Luftverladung aus, dazu Fallschirmpacker, Fallschirminstandsetzer und Fallschirmprüfer. Wie lange der Fallschirmspringerlehrgang dauert und wie viele Sprünge er umfasst, nennt die Bundeswehr auf ihren Seiten nicht.

Wer später zu den Spezialkräften will, findet die Voraussetzungen auf der Seite zum Kommando Spezialkräfte; Kampfschwimmer der Marine springen ebenfalls Fallschirm, siehe Kampfschwimmer.

Gehalt und Zulagen

Fallschirmjäger bekommen den Sold ihres Dienstgrads und, je nach Verwendung, Zulagen:

LeistungBetragGrundlage
Fallschirmspringerzulage für Fallschirmspringer und Ausbilder mit Sprungerlaubnis in einer Einheit, deren Auftrag das Springen einschließt; auch während der Sprungausbildung161,06 € im Monat§ 23h Abs. 1 und 4 EZulV
Fallschirmspringerzulage für Soldaten, die nicht als Springer verwendet werden, aber eine Erlaubnis haben und zum Üben verpflichtet sind48,31 € im Monat§ 23h Abs. 2 und 4 EZulV
Zulage für spezialisierte Kräfte, etwa mit Erweiterter Grundbefähigung500 € im Monat (250 € in der Ausbildung)§ 23o EZulV
Fallschirmspringerzulage neben der Zulage für spezialisierte Kräfte oder für Spezialkräfte89,47 € im Monat statt 161,06 €§ 23h Abs. 5 EZulV
Stellenzulage für Combat Controller in Luftlande- und Fernspähkräften150 €, 300 € oder 350 € im Monat, je nach QualifikationsstufeAnlage I Vorbemerkung Nr. 5b, Anlage IX BBesG

Die Sprungerlaubnis setzt den Fallschirmspringerschein mit Beiblatt oder eine Ersatzerlaubnis voraus. Maßgeblich ist die Verwendung als Springer in einer springenden Einheit, nicht allein die Zugehörigkeit zur Brigade. Die Combat-Controller-Zulage wird nicht neben der Fallschirmspringerzulage gezahlt.

Uniform: Barett, Waffenfarbe, Abzeichen

Kurze Geschichte

Fallschirmjägerverbände gibt es im Heer der Bundeswehr seit 1956; im selben Jahr kam die Ausbildungseinrichtung der Fallschirmjäger nach Altenstadt. Die Division Schnelle Kräfte entstand 2014 aus der Division Spezielle Operationen in Stadtallendorf und der Division Luftbewegliche Operationen in Veitshöchheim. Das Fallschirmjägerregiment 31 wurde 2014 aus den Fallschirmjägerbataillonen 313 und 373 und dem Luftlandeunterstützungsbataillon 272 gebildet, das Regiment 26 im Jahr 2015 aus den Fallschirmjägerbataillonen 261 und 263 und dem Luftlandeunterstützungsbataillon 262.

Im Karfreitagsgefecht 2010 in Nordafghanistan fielen drei Fallschirmjäger. Bei der Evakuierung aus Kabul im Sommer 2021 stellte die Division die Führung des deutschen Kontingents und den Hauptteil der Kräfte, Fallschirmjäger und Kommandosoldaten.

Häufige Fragen

Wo sind die Fallschirmjäger der Bundeswehr stationiert?

Der Stab der Luftlandebrigade 1 sitzt in Saarlouis. Das Fallschirmjägerregiment 26 liegt in Zweibrücken und Merzig, das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf in Niedersachsen. Ausgebildet wird an der Luftlande-/Lufttransportschule in Altenstadt in Bayern. Die übergeordnete Division Schnelle Kräfte hat ihren Stab in Stadtallendorf.

Welche Voraussetzungen braucht man als Fallschirmjäger?

Als Mannschaftssoldat genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht, auch im freiwilligen Wehrdienst von 7 bis 23 Monaten. Feldwebel brauchen mindestens Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung oder die Realschule, Offiziere die Fachhochschulreife, die deutsche Staatsangehörigkeit und ein Mindestalter von 17 Jahren.

Wie läuft die Ausbildung zum Fallschirmjäger ab?

Nach der Grundausbildung lernst du das Fallschirmspringen. Grundvoraussetzung für jeden Sprung ist der Fallschirmspringerlehrgang Automatik an der Luftlande-/Lufttransportschule in Altenstadt. Danach muss jeder Fallschirmjäger mindestens vier Sprünge im Jahr machen. Wie lange der Lehrgang dauert, veröffentlicht die Bundeswehr nicht.

Was verdient ein Fallschirmjäger?

Den Sold seines Dienstgrads und, wenn er mit gültiger Sprungerlaubnis in einer springenden Einheit eingesetzt ist, die Fallschirmspringerzulage von 161,06 Euro im Monat. Kräfte mit Erweiterter Grundbefähigung erhalten zusätzlich 500 Euro im Monat; neben dieser Zulage sinkt die Fallschirmspringerzulage auf 89,47 Euro.

Welche Farbe hat das Barett der Fallschirmjäger?

Bordeauxrot, mit einem stilisierten, stürzenden Adler als Barettabzeichen. Die Waffenfarbe am Kragen ist Jägergrün.

Ab wie vielen Sprüngen gibt es das Fallschirmspringerabzeichen?

Bronze nach 5 Sprüngen, Silber nach 20 und Gold nach 50, jeweils mit Militärfallschirmspringerschein und aus zugelassenen Luftfahrzeugen im militärischen Sprungdienst. Ruht die Sprungerlaubnis, darf man das Abzeichen so lange nicht tragen.

Wie viele Fallschirmjäger hat die Bundeswehr?

Die Luftlandebrigade 1 vereint alle Fallschirmjäger der Bundeswehr und hat rund 4.400 Soldatinnen und Soldaten. Die beiden Fallschirmjägerregimenter haben je etwa 1.800 Soldaten in 11 Kompanien.

Quellen: bundeswehr.de, „Division Schnelle Kräfte“, „Luftlandebrigade 1“, „Fallschirmjägerregiment 26“ und „Fallschirmjägerregiment 31“ (12.08.2025), „Luftlande-/Lufttransportschule“ (09.07.2025), „Fallschirme über der Lüneburger Heide“ (01.11.2021); bundeswehrkarriere.de, „Soldatin / Soldat der Fallschirmjägertruppe“ und „Führungskraft Fallschirmjägertruppe“ (abgerufen 24.10.2026); Erschwerniszulagenverordnung §§ 23h, 23o; Bundesbesoldungsgesetz Anlage I Vorbemerkung Nr. 5b und Anlage IX; Anzugordnung A1-2630/0-9804, Stand Mai 2026, Nr. 4011, 5032, 5044, 5061, 5064, 5069 (veröffentlicht über FragDenStaat). Unabhängiges Angebot, nicht von der Bundeswehr.