Feldjäger: die Militärpolizei der Bundeswehr
Die Feldjäger übernehmen in der Bundeswehr polizeiliche Aufgaben: Verkehrsdienst, Ermittlungen, Gewahrsam, Personenschutz und vieles mehr. Hier steht, wie die Truppe aufgebaut ist, wer hin kann, wie lange die Ausbildung dauert, welche Zulage es gibt und woran man Feldjäger erkennt.
Stand: 24. Oktober 2026. Grundlage sind die Seiten der Bundeswehr zu den Feldjägern, die Stellenbeschreibungen auf bundeswehrkarriere.de, das Bundesbesoldungsgesetz und die Anzugordnung (Stand Mai 2026). Quellen unten.
Das Wichtigste in Kürze
- Größe: rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten an 25 Standorten, geführt vom Kommando Feldjäger der Bundeswehr in Hannover. Seit 2025 Teil des Unterstützungsbereichs.
- Aufgaben: Ordnungs- und Verkehrsdienst, Ermittlungen, Gewahrsam, Sicherheitsaufgaben, Personenschutz, Objektschutz.
- Ausbildung: nach der Grundausbildung zum Beispiel drei Jahre bis zum vollwertigen Feldjägerfeldwebel.
- Geld: Sold plus Polizeizulage, 95 € nach einem Jahr und 228 € nach zwei Jahren im Monat.
- Erkennungszeichen: korallenrotes Barett mit Gardestern, orange Waffenfarbe, im Dienst die Armbinde „FELDJÄGER/MP“.
Aufgaben
Die Bundeswehr beschreibt die Feldjäger als Militärpolizei, die „zu Land, Luft, See sowie im Cyber- und Informationsraum“ arbeitet, rund um die Uhr erreichbar und weltweit einsetzbar ist, ausdrücklich auch in der Landes- und Bündnisverteidigung. Zu den Kernaufgaben gehören:
- Gewahrsamsaufgaben
- militärischer Ordnungs- und Verkehrsdienst
- Sicherheitsaufgaben
- Erhebungen und Ermittlungen
- Unterstützung im Heimat-, Raum- und Objektschutz
Außerdem sind die Feldjäger Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten, die in Not geraten sind. Spezialgebiete sind unter anderem Crowd and Riot Control, Greiftrupps, Eskorten- und Lotsendienst, Luftsicherheit, Personen- und Begleitschutz, Zugriffsdurchsuchungen, Tatort- und Spurensicherung, Gefahrgutkontrolle, Präzisionsschießen und das Diensthundewesen mit Schutz-, Sprengstoff- und Rauschgiftspürhunden. Auch im Kriegsgefangenenwesen und bei der Dokumentation von Kriegsverbrechen arbeiten Feldjäger mit.
Personenschutz: Befehlshaber, Inspekteure und der Generalinspekteur sowie ihre Stellvertreter werden im Dienst von speziell geschulten Feldjägern begleitet, den Personenschützern der Bundeswehr. Die prominenteste Schutzperson ist der Generalinspekteur.
Die Feldjäger haben eine eigene Notrufnummer: +49 800 190 9999.
Gliederung und Standorte
Die Feldjäger gehören zum Unterstützungsbereich der Bundeswehr, der zum 1. April 2025 die Streitkräftebasis und den Sanitätsdienst aufgenommen hat und am 29. April 2025 in Dienst gestellt wurde. An der Spitze steht das Kommando Feldjäger der Bundeswehr in der Scharnhorst-Kaserne in Hannover mit einem Stab von rund 150 Angehörigen. Ihm unterstehen:
| Dienststelle | Standort | Zuständig für |
|---|---|---|
| Feldjägerregiment 1 | Julius-Leber-Kaserne, Berlin | Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein; dazu der „Hauptstadtauftrag“ mit Ehreneskorte der Bundeswehr und Personenschutz |
| Feldjägerregiment 2 | Waldkaserne, Hilden | Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland; Schwerpunkte Personenschutz, Ermittlungsunterstützung, Luftsicherheit |
| Feldjägerregiment 3 | Fürst-Wrede-Kaserne, München | Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen |
| Schule für Feldjäger und Stabsdienst | Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne, Hannover | Ausbildung aller Feldjäger, rund 7.000 Lehrgangsteilnehmende im Jahr |
| Wachbataillon beim BMVg | Julius-Leber-Kaserne, Berlin | Protokoll und infanteristischer Schutz der Regierungseinrichtungen; seit 1. Oktober 2024 beim Kommando Feldjäger |
Die Heimatstandorte vor Ort sind die 25 Feldjägerdienstkommandos. Die Bundeswehr vergleicht sie mit einem Polizeirevier; es gibt sie in 15 von 16 Bundesländern. Feldjägerregiment 3 nennt zum Beispiel Bruchsal, Stetten am kalten Markt, Ulm, München, Roding, Roth, Veitshöchheim, Erfurt und Altenstadt.
Wer kann hin: Voraussetzungen
Bei den Feldjägern gibt es den mittleren, gehobenen und höheren Dienst, also Mannschaften, Feldwebel und Offiziere. Als Grundvoraussetzungen nennt die Bundeswehr körperliche und geistige Belastbarkeit, Flexibilität im Denken und Handeln, hohe Verlässlichkeit, Integrität und ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein. Für alle Laufbahnen gilt: Du musst bereit sein, bundesweit versetzt zu werden und in Auslandseinsätze zu gehen. Die Stellenprofile auf bundeswehrkarriere.de nennen:
| Laufbahn | Schulabschluss | Verpflichtung |
|---|---|---|
| Mannschaften | erfüllte Vollzeitschulpflicht | in der Regel 12 Jahre, als freiwillig Wehrdienstleistende 7 bis 23 Monate; mit verwertbarer Vorausbildung mindestens 2 Jahre |
| Feldwebel | Hauptschule und Berufsausbildung oder Realschule | in der Regel 15 Jahre, mit verwertbarer Vorausbildung mindestens 8 Jahre |
| Offiziere | Fachhochschulreife, mindestens 17 Jahre alt | in der Regel 13 Jahre, mit verwertbarem Hochschulstudium 8 bis 13 Jahre |
Einen eigenen Eignungstest, eine Mindestgröße oder eine besondere Altersgrenze für Feldjäger nennen die offiziellen Seiten nicht. Für den Einstieg verweist die Bundeswehr auf die Karriereberatung.
Ausbildung
Am Anfang steht für alle die Grundausbildung, danach folgen je nach Laufbahn unterschiedliche Lehrgänge. Feldjäger werden besonders intensiv im juristischen Bereich geschult. Die Bundeswehr schreibt: „Der vollwertige Einsatz zum Beispiel als Feldjägerfeldwebel erfordert eine intensive, drei Jahre dauernde Ausbildung.“ Sie findet an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover und in der Truppe statt. Dort werden inzwischen auch Drohnenpiloten ausgebildet.
Was die Laufbahnen später machen, beschreiben die Stellenprofile so:
- Mannschaften: Dienst in der Schutzformation, Wachdienst, Militärkraftfahrer, Unterstützung der Feldjägerstreife bei Verkehrs- und Personenkontrollen.
- Feldwebel: Verkehrsregelung und Unfallaufnahme, Personenschutz, Ermittlungen (auch nach dem Betäubungsmittelgesetz), Kontrollen an Flughäfen, Zugriffe, Begleitung von Geld-, Waffen- und Munitionstransporten, Präzisionsschützen- oder Diensthundewesen, in Berlin die Motorradeskorte bei protokollarischen Anlässen.
- Offiziere: Studium (Bachelor und Master) an einer Universität der Bundeswehr, Kenntnisse im Disziplinar-, Wehr-, Straf- und Strafprozessrecht; in Berlin auch Führung der Motorradeskorte.
Gehalt und Zulagen
Feldjäger bekommen den Sold ihres Dienstgrads. Dazu kommt die Stellenzulage für vollzugspolizeiliche Aufgaben, kurz Polizeizulage. Das Bundesbesoldungsgesetz nennt Feldjäger darin ausdrücklich neben den Polizeivollzugsbeamten.
| Leistung | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Polizeizulage nach einem Jahr Dienstzeit | 95 € im Monat | BBesG Anlage I, Vorbemerkung Nr. 9; Anlage IX |
| Polizeizulage nach zwei Jahren Dienstzeit | 228 € im Monat | BBesG Anlage I, Vorbemerkung Nr. 9; Anlage IX |
Die Zulage steht Feldjägern zu, „soweit ihnen Dienstbezüge nach der Bundesbesoldungsordnung A zustehen“. Mit ihr sind nach dem Gesetz vor allem Streifen- und Nachtdienst abgegolten. Nach zehn Jahren in einer zulageberechtigten Verwendung kann sie ruhegehaltfähig werden, bei dienstbedingtem Verlust der Feldjägerdiensttauglichkeit schon nach zwei Jahren. Wer im Einzelnen als Feldjäger im Sinne der Vorschrift gilt, legt das Gesetz nicht fest. Die Beträge gelten seit März 2024; die Besoldungsrunden 2025 und 2026 haben diese festen Zulagen nicht verändert. Die Erschwerniszulagenverordnung kennt in § 22 eine Zulage für Personenschützer mit Polizeizulage (250 € im Monat, in Personenschutzkommandos in sehr belastenden Auslandseinsätzen 375 €); dass sie für Feldjäger-Personenschützer gilt, sagt keine offizielle Quelle ausdrücklich. Einen eigenen Eintrag „Feldjäger“ hat die Verordnung nicht.
Uniform: Barett, Waffenfarbe, Abzeichen
- Barett: korallenrot. Das Barettabzeichen zeigt nach der Anzugordnung den Gardestern mit der Aufschrift „suum cuique“ und einem stilisierten Adler. Den Gardestern tragen die Feldjäger seit 1978/79 auch am Barett.
- Waffenfarbe: Orange am Kragenspiegel.
- Armbinde: Im Feldjägerdienst tragen Feldjäger am linken Oberarm eine schwarze Armbinde mit weißem Aufdruck „FELDJÄGER/MP“. In Zivil tragen sie aus taktischen Gründen eine orangefarbene Armbinde mit schwarzem Aufdruck. Andere Soldaten, die Feldjägerdienst leisten, tragen „IM FELDJÄGERDIENST/MP DIENST“.
- Dienstanzug im Einsatz: in der Regel Feldanzug in Tarndruck mit dem „Schwarzzeug“ der Feldjäger, Barett oder Gefechtshelm mit Aufnäher „MP“. Zum grauen Dienstanzug tragen Soldatinnen im Feldjägerdienst Hose statt Rock.
- Verbandsabzeichen: silber-schwarz durchflochtener Rand auf orangefarbenem Grund, für das Kommando Feldjäger und die unterstellten Dienststellen.
- Tätigkeitsabzeichen Feldjäger: Kreis mit achtzackigem Stern, beidseitig von vier Streifen eingefasst; Bronze nach sechs Monaten, Silber nach fünf, Gold nach zehn Jahren fachbezogener Verwendung. Weitere Abzeichen findest du unter Abzeichen.
Kurze Geschichte
Der Name geht auf das Reitende Feldjägerkorps zurück, das Friedrich der Große 1740 gründete. Es bestand zu einem großen Teil aus Jägern und Forstleuten und diente der Armee als Wegweiser, Kundschafter, Schutzbegleiter und Kurier, nicht als Militärpolizei. 1847 erhielt es das Recht, den Gardestern zu tragen.
Die Feldjägertruppe der Bundeswehr wählte bei ihrer Aufstellung 1956 den Gardestern mit dem Spruch „Suum cuique“ als Emblem. Das war nach Darstellung der Bundeswehr ein bewusster Bruch mit der Feldgendarmerie der Wehrmacht, deren Soldaten eine Metallplakette um den Hals trugen und „Kettenhunde“ genannt wurden. Die Bundeswehr erklärt dabei auch, dass die Nationalsozialisten den Spruch als „Jedem das Seine“ am Tor des KZ Buchenwald missbraucht haben, und verweist auf seine ursprüngliche Bedeutung aus dem antiken Recht.
Tobias Lagenstein, der bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben kam, war der erste gefallene Feldjäger der Bundeswehr; die Kaserne der Feldjägerschule in Hannover trägt seit 2018 seinen Namen. Die Schule war 2009 aus Bayern nach Hannover gezogen. Am 1. Oktober 2024 kam das Wachbataillon zum Kommando Feldjäger, 2025 wurden die Feldjäger Teil des neuen Unterstützungsbereichs.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Feldjäger?
Den normalen Sold seines Dienstgrads und dazu die Polizeizulage nach dem Bundesbesoldungsgesetz: 95 Euro im Monat nach einem Jahr Dienstzeit, 228 Euro nach zwei Jahren. Das Gesetz nennt Feldjäger ausdrücklich, und zwar für Soldaten mit Dienstbezügen nach der Besoldungsordnung A.
Was sind die Aufgaben der Feldjäger?
Die Feldjäger sind die Militärpolizei der Bundeswehr. Zu ihren Kernaufgaben zählen Gewahrsam, militärischer Ordnungs- und Verkehrsdienst, Sicherheitsaufgaben, Erhebungen und Ermittlungen sowie Unterstützung im Heimat-, Raum- und Objektschutz. Dazu kommen Personenschutz, etwa für den Generalinspekteur, und Spezialgebiete wie Diensthunde, Spurensicherung und Präzisionsschießen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Feldjäger?
Am Anfang steht für alle die Grundausbildung. Für den vollwertigen Einsatz zum Beispiel als Feldjägerfeldwebel nennt die Bundeswehr eine intensive, drei Jahre dauernde Ausbildung an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover und in der Truppe.
Welche Voraussetzungen braucht man für die Feldjäger?
Für Mannschaften reicht die erfüllte Vollzeitschulpflicht, für Feldwebel Hauptschule mit Berufsausbildung oder Realschule, für Offiziere die Fachhochschulreife und ein Mindestalter von 17 Jahren. Die Bundeswehr nennt außerdem körperliche und geistige Belastbarkeit, Verlässlichkeit, Integrität und ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein. Einen eigenen Feldjäger-Eignungstest oder eine Mindestgröße nennen die offiziellen Seiten nicht.
Welche Farbe hat das Barett der Feldjäger?
Korallenrot. Das Barettabzeichen ist der Gardestern mit der Aufschrift „suum cuique“ (jedem das Seine) und einem stilisierten Adler. Die Waffenfarbe am Kragenspiegel ist Orange.
Wo sind die Feldjäger stationiert?
Das Kommando Feldjäger der Bundeswehr sitzt in Hannover, die drei Feldjägerregimenter in Berlin, Hilden und München. Vor Ort arbeiten 25 Feldjägerdienstkommandos in 15 von 16 Bundesländern; insgesamt sind es rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten an 25 Standorten.
Sind Feldjäger Polizisten?
Sie sind Soldaten mit polizeilichen Aufgaben innerhalb der Bundeswehr, also Militärpolizei. Im Dienst tragen sie eine schwarze Armbinde mit dem weißen Aufdruck „FELDJÄGER/MP“.
Quellen: bundeswehr.de, „Feldjäger: Militärpolizei der Bundeswehr“ und „Personenschutz durch die Militärpolizei“ (24.03.2025), „Kommando Feldjäger der Bundeswehr“, „Feldjägerregiment 1 in Berlin“, „Feldjägerregiment 2 in Hilden“, „Feldjägerregiment 3 in München“ und „Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover“ (11.06.2025), „Woher kommen Emblem und Leitspruch der Feldjäger?“ (28.09.2022), „Umbau der Bundeswehr beginnt“ (01.10.2024), „Unterstützungsbereich der Bundeswehr in Dienst gestellt“ (29.04.2025); bundeswehrkarriere.de, „Soldatin / Soldat der Feldjägertruppe“ und „Führungskraft Feldjägertruppe“ (abgerufen 24.10.2026); Bundesbesoldungsgesetz, Anlage I Vorbemerkungen Nr. 3a und 9, Anlage IX (Stand 2026); Erschwerniszulagenverordnung § 22; BMI-Rundschreiben vom 03.09.2025; Anzugordnung A1-2630/0-9804, Stand Mai 2026, Nr. 3006–3010, 4011, 4019–4021, 5031, 5044, 5.10.5 (veröffentlicht über FragDenStaat). Unabhängiges Angebot, nicht von der Bundeswehr.