Bundeswehr-Dienstgrade

Kampfschwimmer: Kommando Spezialkräfte der Marine

Die Kampfschwimmer bilden das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) in Eckernförde. Sie tauchen, springen Fallschirm, fahren Speedboote und kämpfen an Land. Hier steht, wer sich bewerben kann, wie Auswahl und Ausbildung ablaufen, was man verdient und was das Sägefisch-Abzeichen bedeutet.

Stand: 24. Oktober 2026. Grundlage sind die Seiten der Bundeswehr zum KSM und zur Karriere bei den Kampfschwimmern, bundeswehrkarriere.de, die Erschwerniszulagenverordnung, das Bundesbesoldungsgesetz und die Anzugordnung (Stand Mai 2026). Quellen unten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: Eckernförde, unter der Einsatzflottille 1. Nach Angabe der Bundeswehr die älteste Eliteeinheit der Bundeswehr.
  • Bewerben können sich Soldaten und Zivilisten ab 17 mit deutscher Staatsangehörigkeit und Eignung zum Offizier oder Unteroffizier.
  • Ausbildung: rund drei Jahre in vier Phasen, mit 30 Kilometern Schwimmen in der Ostsee.
  • Geld: 1.125 € Zulage im Monat, 6.000 € und 8.000 € Prämie, später 10.000 bis 13.000 € im Jahr.
  • Erkennungszeichen: marineblaues Barett mit Dreizack, Tätigkeitsabzeichen mit Sägefisch auf Fallschirm.

Aufgaben

Das KSM ist die maritime Komponente der Spezialkräfte der Bundeswehr. Neben den üblichen Aufgaben von Spezialkräften kommen Einsätze auf offener See, an Küsten, in Flussmündungen und auf Binnengewässern hinzu. „Als Taucher, Fallschirmspringer, Speedbootfahrer, Sprengstoffexperten, Einzelkämpfer und vieles mehr sind Kampfschwimmer triphibisch einsetzbar, zu Land, zu Wasser und aus der Luft“, schreibt die Bundeswehr.

Als Fähigkeiten nennt sie:

Dazu kommen Einsätze hinter feindlichen Linien gegen Ziele wie Schleusen, Schiffe oder Brücken, Unterstützung bei Geiselbefreiungen im Ausland, Evakuierungen und die Ausbildung von Partnerkräften. Nach der Ausbildung spezialisiert sich jeder Kampfschwimmer, etwa als Medic, Breacher, Funker, Kampfmittelbeseitiger (EOD) oder Scharfschütze in einem vierköpfigen Fire Team.

Nicht verwechseln: Schwimm-, Schiffs- und Minentaucher der Marine arbeiten unter Wasser an Schiffen, in Hafenanlagen oder bei der Räumung von Seeminen. Zum Kommando Spezialkräfte (KSK) des Heeres in Calw gehören die Kampfschwimmer nicht.

Gliederung und Standort

Das KSM sitzt in Eckernförde (Am Ort 6) und gehört zur Einsatzflottille 1. Die Kampfschwimmer werden unterstützt vom Aufklärungszug, der Spezialoperationen-Bootskompanie und der Sanitätsgruppe Spezialeinsatz. Fertig ausgebildete Kampfschwimmer wechseln in die Einsatzkompanie.

Mit der Struktur „KSM 2023+“ sollten die Spezialkräfte der Marine ab dem 1. April 2023 bis 2025 auf rund 600 Dienstposten wachsen, fast doppelt so viele wie zuvor. Neu aufgestellt wurden dafür die Spezialoperationen-Bootskompanie, eine Unterstützungskompanie und das Ausbildungszentrum Spezialkräfte der Marine. Wie viele Kampfschwimmer es heute tatsächlich gibt, veröffentlicht die Bundeswehr nicht.

Wer kann hin: Voraussetzungen

Nach dem Karriereartikel der Bundeswehr vom April 2025 steht der Zugang „grundsätzlich allen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 17 Jahren offen“, Soldaten wie Zivilisten.

Soldaten bewerben sich über das Bundesamt für das Personalmanagement oder ihren Personalführer, Zivilisten über ein Karrierecenter. Mehrmals im Jahr bietet das KSM einen dreitägigen Truppenbesuch in Eckernförde an, bei dem man auch den Einstellungstest ablegen kann.

Sporttest, Mindestanforderungen nach bundeswehr.de (April 2025):

Der KSM-Flyer (2023/2024) nennt zusätzlich 5.000 m Laufen in höchstens 22 Minuten, alles an einem Vormittag. Diese Werte sind die absolute Untergrenze und ergäben dort die Note 4,4.

Laufbahnen nach bundeswehrkarriere.de: als Feldwebel mit Hauptschulabschluss und Ausbildung oder mittlerer Reife, Regelverpflichtung 15 Jahre (mit verwertbarer Vorausbildung mindestens 8); als Offizier mit Fachhochschulreife und Studium an einer Universität der Bundeswehr, Regelverpflichtung 13 Jahre.

Auswahl und Ausbildung

Die Ausbildung dauert rund drei Jahre und hat vier Phasen:

  1. Potenzialfeststellung (PFV): PFV I besteht aus Sporttest und ärztlicher Untersuchung. PFV I und die Module eins und zwei des Schwimmtaucherlehrgangs sind Voraussetzung für PFV II, einen sechswöchigen Auswahllehrgang mit Sport und infanteristischen Anteilen. Mit der Tauchausbildung in der Schwimmhalle (PFV III) endet die Auswahl. Der ganze Auswahlprozess dauert etwa ein halbes Jahr.
  2. Grundlagenausbildung im ersten Jahr: Tauchen im offenen Wasser, Schießen, Grundlagen des Landkampfs. Höhepunkt ist das 30-Kilometer-Schwimmen in der Ostsee, in zwei Tagen, mit Tauchgerät und Ausrüstung.
  3. Ausbildung Erweiterte Fähigkeiten im zweiten Jahr, mit Lehrgängen an anderen Schulen der Bundeswehr.
  4. Taktische Einsatzausbildung im dritten Jahr; dazu die Ausbildung zum Einsatzleiter für Tauchgänge.

Wer alle Lehrgänge besteht, kommt in die Kampfschwimmerkompanie und erhält das Sägefisch-Abzeichen und eine feste Nummer. Die Nummern werden seit den ersten Kampfschwimmern der Bundeswehr fortlaufend vergeben.

Für Kampfschwimmer gelten nach der Soldatenlaufbahnverordnung kürzere Mindestzeiten bei Beförderungen: Hauptbootsmann nach sechs statt acht Dienstjahren, Kapitänleutnant viereinhalb statt fünf Jahre nach der Ernennung zum Leutnant zur See, ebenso jeweils ein halbes Jahr früher Korvettenkapitän und Kapitän zur See.

Gehalt und Zulagen

Kampfschwimmer bekommen den Sold ihres Dienstgrads und dieselben Spezialkräfteleistungen wie die Kommandosoldaten des KSK:

LeistungBetragGrundlage
Zulage für Spezialkräfte (Kampfschwimmer für Einsatzaufgaben der Spezialkräfte, auch in der Ausbildung nach bestandener Auswahl)1.125 € im Monat§ 23m EZulV
Ausgebildete Kampfschwimmer, die nicht als solche eingesetzt, aber zum Erhalt ihrer Fähigkeiten verpflichtet sind800 € oder 550 € im Monat§ 23m EZulV
Prämie nach bestandener Auswahl, zu Beginn der Ausbildung6.000 € einmalig§ 43a BBesG
Prämie nach abgeschlossener Ausbildung8.000 € einmalig§ 43a BBesG
Jährliche Prämie ab mehr als sechs Dienstjahren10.000 € bis 13.000 €§ 43a BBesG
Fallschirmspringerzulage neben der Spezialkräftezulage89,47 € im Monat (statt 161,06 €)§ 23h Abs. 5 EZulV

Die jährliche Prämie steigt mit der Dienstzeit: 10.000 € ab mehr als sechs Jahren, 11.000 € ab neun, 12.000 € ab zwölf, 13.000 € ab 15 Jahren. Neben einer Stellenzulage wird die Spezialkräftezulage nur gezahlt, soweit sie diese übersteigt; Kampfschwimmer sind auch in der Stellenzulage für Verwendungen in der Marine genannt. Eine Taucherzulage gibt es neben der Spezialkräftezulage nicht, eine Verpflichtungsprämie für Soldaten auf Zeit neben den Prämien nach § 43a ebenfalls nicht. Wer die Ausbildung aus eigenem Verschulden abbricht, verliert die erste Prämie. Ältere Flyer nennen andere Prämienbeträge; maßgeblich ist das Gesetz.

Uniform: Barett, Abzeichen

Kurze Geschichte

Die Bundeswehr bezeichnet die Kampfschwimmer als „die älteste und erfahrenste Eliteeinheit der Bundeswehr“. Gründungsdaten nennen ihre Seiten nicht. Belegt ist der jüngste Umbau: Seit April 2023 wächst das KSM mit der Struktur „KSM 2023+“ und neuen Einheiten für Boote, Unterstützung und Ausbildung.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man als Kampfschwimmer?

Mindestens 17 Jahre, deutsche Staatsangehörigkeit und die Eignung für die Laufbahn der Offiziere oder der Unteroffiziere. Im Sporttest verlangt die Bundeswehr mindestens 1.000 Meter Schwimmen in höchstens 24 Minuten, 60 Sekunden Zeittauchen, 30 Meter Streckentauchen, acht Klimmzüge und 15-mal Bankdrücken mit 50 Kilogramm. Dazu kommt die ärztliche Tauglichkeit für Taucher, U-Boot-Fahrer und Kampfschwimmer.

Kann man als Zivilist Kampfschwimmer werden?

Ja. Nach Angabe der Bundeswehr (April 2025) steht der Zugang Soldaten wie Zivilisten offen. Zivilisten bewerben sich über ein Karrierecenter und verpflichten sich für mindestens 15 Jahre. Soldaten auf Zeit müssen nach Ende der Ausbildung noch sieben Jahre Dienstzeit vor sich haben.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Kampfschwimmer?

Rund drei Jahre in vier Phasen: Potenzialfeststellung, Grundlagenausbildung mit dem 30-Kilometer-Schwimmen in der Ostsee, Ausbildung erweiterter Fähigkeiten und taktische Einsatzausbildung. Allein der Auswahlprozess dauert etwa ein halbes Jahr.

Was verdient ein Kampfschwimmer?

Den Sold seines Dienstgrads und dazu die Zulage für Spezialkräfte von 1.125 Euro im Monat, schon in der Ausbildung nach bestandener Auswahl. Hinzu kommen 6.000 Euro einmalig nach der Auswahl, 8.000 Euro nach der Ausbildung und nach sechs Jahren eine jährliche Prämie von 10.000 bis 13.000 Euro.

Was bedeutet das Kampfschwimmerabzeichen?

Das Kampfschwimmerabzeichen zeigt einen stilisierten Sägefisch auf einem Fallschirm im Eichenlaubkranz. Es ist ein Tätigkeitsabzeichen der Marine: Bronze mit Kampfschwimmer- und Fallschirmspringerschein und 5 Sprüngen, Silber nach 20 und Gold nach 50 Sprüngen. Wer die Ausbildung besteht, bekommt außerdem eine fortlaufende Kampfschwimmernummer.

Wo sind die Kampfschwimmer stationiert?

In Eckernförde in Schleswig-Holstein. Das Kommando Spezialkräfte der Marine gehört dort zur Einsatzflottille 1.

Was ist der Unterschied zwischen Kampfschwimmern und Marinetauchern?

Kampfschwimmer sind Spezialkräfte und werden zu Land, zu Wasser und aus der Luft eingesetzt. Schwimm-, Schiffs- und Minentaucher arbeiten unter Wasser an Schiffen, in Häfen oder bei der Räumung von Seeminen.

Quellen: bundeswehr.de, „Kommando Spezialkräfte der Marine“ (30.09.2026), „Kampfschwimmer und Marinetaucher: der Unterschied“ (23.07.2026), „Karriere bei den Kampfschwimmern“ (14.04.2025), „Kampfschwimmer: Der Weg in die älteste Elitetruppe der Bundeswehr“ (12.03.2024), „Aufstellungsappell: Stärkung der Spezialkräfte Marine“ (05.04.2023); Flyer „Kommando Spezialkräfte der Marine – Kampfschwimmer“ (2023, geändert 04.09.2024); bundeswehrkarriere.de, „Kampfschwimmerin / Kampfschwimmer“ und „Führungskraft Kampfschwimmer“ (abgerufen 24.10.2026); Erschwerniszulagenverordnung §§ 7, 23h, 23m; Bundesbesoldungsgesetz §§ 43a, 44 und Anlage I Vorbemerkung Nr. 9a; Soldatenlaufbahnverordnung §§ 20, 26; Anzugordnung A1-2630/0-9804, Stand Mai 2026, Nr. 4002, 5048, 5074 und Abschnitt 5.10.7 (veröffentlicht über FragDenStaat). Unabhängiges Angebot, nicht von der Bundeswehr.