Ehrenzeichen der Bundeswehr und Einsatzmedaille
Das Ehrenzeichen der Bundeswehr und die Einsatzmedaille sind staatliche Auszeichnungen nach dem Ordensgesetz. Das Verteidigungsministerium hat sie gestiftet, der Bundespräsident hat die Stiftung genehmigt, und verliehen werden sie nur vom Minister selbst.
Stand: 24. Oktober 2026, nach den Stiftungserlassen, der Anzugordnung (Mai 2026) und den Angaben der Bundeswehr.



Die fünf Stufen des Ehrenzeichens
| Stufe | Wofür | Mindestdienstzeit |
|---|---|---|
| Ehrenmedaille | treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen | 7 Monate |
| Ehrenkreuz in Bronze | wie oben | 5 Jahre |
| Ehrenkreuz in Silber | wie oben; mit rotem Rand für herausragende Einzeltaten ohne Gefahr für Leib und Leben | 10 Jahre (mit rotem Rand: keine) |
| Ehrenkreuz in Gold | wie oben; mit rotem Rand für solche Taten unter Gefahr für Leib und Leben | 20 Jahre (mit rotem Rand: keine) |
| Ehrenkreuz für Tapferkeit | mutiges, standfestes Verhalten bei außergewöhnlicher Gefahr für Leib und Leben, mit dem der Auftrag erfüllt wird | keine |
Das Ehrenzeichen gibt es seit 1980, die Sonderformen mit rotem Rand und die Stufe für Tapferkeit seit 2008. Es wird an alle Dienstgradgruppen verliehen, an Reservisten und in Ausnahmen an Zivilisten. Man beantragt es nicht selbst: Vorgesetzte schlagen vor, es folgt ein mehrstufiges Prüfverfahren, und nur die Ministerin oder der Minister verleiht. Das Ehrenkreuz für Tapferkeit wurde laut Bundeswehr bis 2025 33-mal verliehen, alle für Taten im Auslandseinsatz, viermal nach dem Tod. Insgesamt erhielten Soldaten 2025 rund 2.400 Ehrenzeichen, die meisten in Silber und Gold. Wer eine höhere Stufe bekommt, darf die niedrigere weiter tragen.
Die Einsatzmedaille


Die Einsatzmedaille ist das Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen und besonderen Verwendungen im Ausland, für Soldaten und zivile Mitarbeiter. Je Einsatz gibt es eine eigene Medaille, erkennbar an der Spange; die Bundeswehr zählt mehr als 90. Die Stufe richtet sich nach den Tagen im Einsatz:
- Bronze: mindestens 30 Tage
- Silber: mindestens 360 Tage
- Gold: mindestens 690 Tage
Die Tage müssen nicht zusammenhängen; es zählen Dienstzeiten nach dem 2. Oktober 1990. Getragen wird je Einsatz nur die höchste Stufe. Dazu kommen zwei Formen, die nur einmal verliehen und zusätzlich getragen werden:
- Gefecht (seit 2010): für alle, die mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten haben. Keine Mindesttage.
- MilEvakOp: für die aktive Teilnahme an einer militärischen Operation zur Rettung, Befreiung oder Evakuierung deutscher Staatsangehöriger im Ausland.
Seit dem neuen Stiftungserlass vom 25. August 2025 können in Ausnahmefällen auch Beiträge im Inland gewürdigt werden, die unmittelbar zu einem Auslandseinsatz gehören, rückwirkend ab dem 27. Februar 2022, etwa bei der Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland. Beantragt wird die Medaille vom Truppenteil; ehemalige Soldaten schreiben an Einsatzmedaille@bundeswehr.org. Daneben gibt es gemeinsame Medaillen für die Fluthilfe 2002, 2013 und 2021.
Wie man sie trägt
Normalerweise als Bandschnalle mittig über der linken Brusttasche des Dienstanzugs, in fester Reihenfolge: Verdienstorden, Rettungsmedaille, dann das Ehrenzeichen der Bundeswehr, dann die Einsatzmedaillen, dann andere. Die Orden selbst trägt man am Tag der Verleihung, dann auch am Kampfanzug, und bei befohlenen Anlässen. Ausländische Orden erst, wenn ihre Annahme genehmigt ist. Das Veteranenabzeichen ist kein Ehrenzeichen und gehört nicht an die Uniform.
Häufige Fragen
Wann bekommt man das Ehrenkreuz der Bundeswehr?
Für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen: die Ehrenmedaille frühestens nach sieben Monaten Dienstzeit, das Ehrenkreuz in Bronze nach fünf, in Silber nach zehn und in Gold nach 20 Jahren. Es wird auf Vorschlag verliehen, nicht beantragt, und nur die Verteidigungsministerin oder der Verteidigungsminister verleiht es.
Wie oft wurde das Ehrenkreuz für Tapferkeit verliehen?
Laut Bundeswehr bis 2025 33-mal, davon 32-mal an Soldaten des Heeres und viermal nach dem Tod. Die ersten vier hat Bundeskanzlerin Merkel am 6. Juli 2009 überreicht.
Wie viele Tage braucht man für die Einsatzmedaille?
Mindestens 30 Tage im Einsatz für Bronze, 360 für Silber und 690 für Gold. Die Tage müssen nicht am Stück geleistet sein; es zählen Einsätze nach dem 2. Oktober 1990.
Wie beantrage ich die Einsatzmedaille nachträglich?
Aktive Soldaten über ihren Truppenteil. Ehemalige Soldaten wenden sich laut Bundeswehr per E-Mail an Einsatzmedaille@bundeswehr.org.
Was ist die Einsatzmedaille Gefecht?
Eine Stufe für alle, die mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten haben. Sie hat keine Mindesttage, wird nur einmal verliehen und zusätzlich zur Einsatzmedaille getragen.
Quellen: Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25.08.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 207); Erlass über die Genehmigung einer Neufassung des Erlasses über die Stiftung des Ehrenzeichens der Bundeswehr vom 18.09.2008 (BGBl. I S. 1920); bundeswehr.de, „Ehrenzeichen der Bundeswehr“ (05.05.2026) und „Einsatzmedaille der Bundeswehr“ (05.01.2026); Anzugordnung A1-2630/0-9804, Fassung Mai 2026, Kapitel 6. Unabhängiges Angebot, nicht von der Bundeswehr.